Das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz

Das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz ist aus dem 1793 durch König Friedrich Wilhelm II. von Preußen gestifteten Preußischen Militär-Ehrenzeichen hervorgegangen und war die höchste militärische Auszeichnung für Mannschaften und Unteroffiziere, die das Königreich Preußen bis 1918 zu vergeben hatte. Sie wird auch „Mannschafts Pour le Mérite“ genannt, in Anlehnung an den Orden Pour le Mérite für Offiziere. Sie wurde am 27. Februar 1864 durch König Wilhelm I. von Preußen gestiftet.

Wer konnte mit den Goldenen Militär Verdienstkreuz ausgezeichnet werden

Mit den goldenen Militär-Verdienst-Kreuz konnten alle, nicht nur preußische, bzw. deutsche Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgrade ausgezeichnet hatten, die sich auf den Schlachtfeld hervorragend bewährt hatten.
Die ersten Verleihungen erfolgten 1866 an 16 Unteroffiziere und Mannschaften, die sich während des Krieges gegen Österreich durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet hatten.
Weitere Verleihungen folgten von 1873 bis 1884 an 34 Angehörige der russischen Garde, die sich im russisch-türkischen Krieg, bzw. bei der Niederschlagung des Boxeraufstandes in China bewährt hatten. Es folgten von 1895 bis 1906 vier Verleihungen an Angehörige der deutschen Schutztruppe sowie 1900 an einen Angehörigen des Seebataillons.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Auszeichnung lediglich 1.760 mal an deutsche Soldaten verliehen. Die erste Verleihung fand am 15. Oktober 1916 an Vizefeldwebel Georg Dülz, die letzte am 3. November 1918 an Vizefeldwebe Karl Beck statt. Postume Verleihungen waren möglich.

Der letzte Träger war der Leutnant der Landwehr Karl Heinzmann, er starb am 24.04.1990 im Alter von 101 Jahren. Er wurde am 18.05.1918 als Offiziersstellvertreter im Feld-Art.Rgt.Nr.50 (badisch) mit den Goldenen Militär-Verdienst-Kreuz ausgezeichnet.

Gestaltung des Goldenen Militär Verdienstkreuz

VerdienstkreuzVerdienstkreuzVerdienstkreuz

Die ersten Kreuze wurden aus Gold gefertigt. Im 1. Weltkrieg erfolgte die Umstellung auf Kreuze aus vergoldeten Silber (938). Im Medaillon die von einer Krone überragte und verschlungene Initiale des Stifters „WR“ für Wilhelm Rex (lat. Für König). Rückseitig die Inschrift „KRIEGS VERDIENST“ und darunter zwei kleine Lorbeer- und Eichenzweige.

Trageweise des Goldenen Militär Verdienstkreuz

Getragen wurde die Auszeichnung an einem schwarzen Band mit weißen Seitenstreifen (den preußischen Farben). Das Band von Farben und Aufteilung identisch mit dem des Eisernen Kreuzes 1914, bzw. mit den des Hausordens von Hohenzollern, nur etwas breiter.

Besonderheiten des Goldenen Militär Verdienstkreuzes

Mit der Verleihung war ein monatlich ausbezahlter Ehrensold in Höhe von drei Talern, später 9,– , bzw. 20,– RM, in der Bundesrepublik von 25,– , bzw.  ab 1986  50,- DM verbunden. Der Ehrensold bedeutete Anfangs eine spürbare materielle Zuwendung. In der Bundesrepublik kam ihn nur noch symbolische Bedeutung zu.
Als weitere Besonderheit waren die Träger durch den Präsentiergriff zu grüßen und hatten nach Ihren Ableben Anspruch auf eine militärische Trauerparade.

Wert und Ankauf eines Goldenen Militär Verdienstkreuz

Durch den langen verleihungszeitraum und die verschiedenen Varianten kann ein Wert nur individuell ermittelt werden. Große Nachlässe, mit Urkunden, Fotos, etc. können zum Teil deutlich über 10.000,-€ wert sein. Aber auch einzelne Kreuze,  Urkunden, Etuis und Kartons, sind für den Sammler sehr interessant und werden entsprechend gut bezahlt.

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