Das Fliegerschützenabzeichen der Luftwaffe

Das Ehrenzeichen wurde am 26. März 1936 durch den Reichsminister für Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Hermann Göring in Berlin gestiftet. Es ist auch bekannt als Bordfunkerabzeichen bzw. Bordmechanikerabzeichen und gehörte zu den Tätigkeitsabzeichen der deutschen Luftwaffe im 2. Weltkrieg. Damit ist das Fliegerschützenabzeichen kein Orden im eigentlichen Sinn.

Gestaltung des Fliegerschützenabzeichens

Hochovales Abzeichen aus Buntmetall oder Zink, in seltenen Fällen auch aus Aluminium. Der Kranz wird gebildet aus Eichenlaub und Lorbeer, je zur Hälfte des Kranzes. Unten im Kranz das Hakenkreuz als Hoheitszeichen. Darauf ein detaillierter Adler, leicht nach links stürzend. Der Adler ist auf den Kranz auf genietet. Der Kranz ist versilbert, der Adler geschwärzt. In Ausnahmefällen auch mit versilberten Adler. Typischer Hersteller Firmen waren die Firmen C.E. Juncker, Berlin (CEJ); Jimme & Sohn, Berlin; Wilhelm Deumer, Lüdenscheid; Assmann & Sohn, Lüdenscheid (A); Berg & Nolte, Lüdenscheid (B&NL) und die Brüder Schneider A.G., Wien (BSW).

Fliegerschützenabzeichen VorderseiteFliegerschützenabzeichen Rückseite

Voraussetzungen für die Verleihung des Fliegerschützenabzeichens

Das Abzeichen wurde ausschließlich an das fliegende Personal der Luftwaffe verliehen.  Verleihungsberechtigt waren Bordfunker, Bordmechaniker und Bordschützen, die Ihre entsprechende Ausbildung absolviert hatten. Frühestens jedoch ein Jahr nach Beginn der Grundausbildung. Im Verlauf des Krieges wurde diese Praxis jedoch geändert. So konnte das Ehrenzeichen bereits nach 5 Kampfeinsätzen, oder zwei-monatigen durchgehenden Einsatz verliehen werden. Als Besonderheit war auch die sofortige Verleihung, nach einer Verwundung während eines Kampfeinsatzes, möglich.

Verleihungszahlen des Fliegerschützenabzeichens

Leider gibt es heute keine detaillierten Informationen oder Zahlen zu den Verleihungszahlen des Fliegerschützenabzeichens. Man kann aber von ca. 60.000 Verleihungen von 1936 – 1945 ausgehen.

Trageweise des Fliegerschützenabzeichens

Das Fliegerschützenabzeichen wurde als Steckabzeichen auf der rechten Brustseite getragen. Sollte der Träger auch mit den Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden sein, so musste das Fliegerschützenabzeichen  grundsätzlich unterhalb des Eisernen Kreuzes getragen werden. Wurde der Träger später zum Piloten, bzw. Beobachter ausgebildet, so musst das Fliegerschützenabzeichen abgelegt werden und das Flugzeugführerabzeichen bzw. Beobachterabzeichen getragen werden.

Die Urkunde für das Fliegerschützenabzeichen

Über die Verleihung wurde eine Urkunde (Besitzzeugnis) ausgestellt. Weiter wurde die Verleihung in das Soldbuch und den Wehrpass des Beliehenen eingetragen.

Wert und Ankauf eines Fliegerschützenabzeichens

Durch die große Vielzahl verschiedener Varianten kann ein Wert nur individuell ermittelt werden. Einzelne Abzeichen können, je nach Ausführung, preislich zwischen 250,- € und 1.000,-€ liegen. Ganze Nachlässe, mit Urkunden, Fotos, Uniformen, etc. können zum Teil deutlich über 3.000,-€ wert sein. Aber auch einzelne Urkunden, Dokumente und Etuis und sind für den Militaria Sammler interessant.